Das Dorf der Freundschaft ist ein internationales Versöhnungsprojekt. Es wurde durch den ehemaligen US-Soldaten George Mizo initiiert. Es bietet Menschen, die unter den Spätfolgen des Vietnamkrieges leiden – geistig und körperlich behinderten Kindern und Jugendlichen sowie Älteren – Hilfe und Unterstützung.

31.10.

Mit Carol und Hoa, die für uns übersetzen kann, besuchen wir zwei ehemalige Dorfbewohnerinnen - und wieder einmal ist deutlich, dass Nachsorge in den Dörfern auf dem Land keine leichte Sache ist.

Am nächsten Tag reisen die letzten Kommiteemitglieder in alle Himmelsrichtungen. Wir haben Gelegenheit, mit Herrn Direktor Dung und seiner Frau einige Tage zu verbringen - und freuen uns daran, zwar mit Händen und vielen Zeichnungen kommunizierend, aber dennoch spürbar unsere Freundschaft wachsen zu sehen.

Im Dorf haben wir vor unserem Rückflug noch etwas Zeit für ein Gespräch mit Übersetzung. Wir fragen nach den Jugendlichen, die wir kennen und die nicht mehr im Dorf sind. Oanh, "unsere Studentin", ist im vorletzten Jahr ihres Journalismusstudiums.

Hung, der junge Mann, den viele aus dem Dorf-der-Freundschaft-Film von Marcus Niehaves und Timo Mugele kennen, ist Vater geworden. Er hat seine Frau im Dorf der Freundschaft kennen gelernt. Ihre kleine Tochter ist gesund. Und auch wenn Hung sie - wie Direktor Dung sagte - aufgrund seiner Behinderung nie in die Arme nehmen und herumtragen kann: er hat eine kleine Familie.

Vor dem Ahnenaltar unterm Dach im Gästehaus nehmen wir Abschied für diesmal.

Wir fühlen uns reich beschenkt von allem Erlebten, von aller Freude und Freundschaft, die wir erfahren haben.

Ihnen und Euch allen, die mit Ihrem Engagement und Ihren Spenden das Dorf der Freundschaft möglich machen, ein ganz herzliches Danke und eine gute Advents- und Weihnachtszeit.

Herzliche Friedensgrüße,
Rosi Höhn-Mizo
Brigitte Müller