Beitragsseiten

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Liebe Freundinnen und Freunde des Dorfs der Freundschaft in Vietnam,

nach den Tet-Feiertagen im Frühjahr hat das Dorf der Freundschaft seine Arbeit wieder aufgenommen: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderungen sind ins Dorf zurückgekehrt, ebenso wie Veteranengruppen aus den Provinzen Nam Dinh und Thai Nguyen. Direktor Nguyen Thang Long schreibt in seinem Bericht, dass der “Tag des Arztes”, der Internationale Frauentag und der 18. März, an dem 1998 die ersten Kinder im Dorf der Freundschaft aufgenommen worden waren, freudig und glücklich gefeiert wurden.

Eine Gruppe von Studierenden aus Großbritannien (die seit zwei Jahren in Vietnam leben) hat das Dorf der Freundschaft besucht und dabei zwei neue Waschmaschinen als Geschenk übergeben.

Aufgrund des starken Anstiegs der Corona-Infektionen in Vietnam wurde der Internationale Kindertag am 1. Juni nicht wie sonst als großes Fest mit den studentischen Freiwilligengruppen organisiert; dennoch erhielten alle Kinder Geschenke.

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Je 20 Studierende der Pädagogischen Hochschule Hanoi und vom Zentrum für Nachhaltige Entwicklung absolvieren ihr Praktikum im Schul- und Berufsbildungsbereich des Dorfs der Freundschaft.

Wir danken Ihnen allen für Ihre Unterstützung unserer Arbeit in Vietnam und wünschen Ihnen alles Gute. In Frieden und Freundschaft

Rosemarie Höhn-Mizo und der Vorstand des Dorfs der Freundschaft in Vietnam e.V.

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Dieser Rundbrief kann hier als PDF-Datei herunter geladen werden.

 


 

Mitgliederversammlung 2021

Nachdem die für 2020 vorgesehene Mitgliederversammlung coronabedingt nicht stattfinden konnte, wurde sie auf den 1. Mai 2021 verschoben und fand nun erstmals digital statt.

Zu Beginn wurden Bilder von der Entstehung des Dorfes bis zum heutigen Stand gezeigt. Für die neuen Mitglieder war es interessant und eindrucksvoll zu sehen, wie sich das Dorf in dieser Zeit entwickelt hat und was durch die Spenden und das Engagement vieler Menschen möglich geworden ist. Für die langjährigen Mitglieder (von denen einige schon seit der Vereinsgründung aktiv sind) bot sich dagegen die Gelegenheit, gedanklich nochmals durch die Zeit zu reisen und dabei so manche Erinnerungen wieder aufleben zu lassen.

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Nach Vorstands- und Finanzbericht und der Entlastung von Schatzmeisterin und Vorstand wurden alle amtierenden Vorstandsmitglieder einstimmig wiedergewählt. Neu im Team ist Alexandra Hess als weitere Beisitzerin. Da die Mitglieder des Vereins aus ganz Deutschland stammen, konnten dank des digitalen Formats in diesem Jahr auch viele an der Veranstaltung teilnehmen, die ansonsten eine weite Anreise gehabt hätten.

Um auch im kommenden Jahr möglichst vielen eine Teilnahme zu ermöglichen, werden wir versuchen, die Mitgliederversammlung 2022 als Hybridveranstaltung durchzuführen.

Text: Alexandra Hess


 

Neu im Vorstand: Kurzportrait Alexandra Hess

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Mein Name ist Alexandra Hess, ich bin 42 Jahre alt und Mutter von drei Kindern im Alter von 21, 20 und 15 Jahren. Gemeinsam mit meinem Partner und unseren Hunden leben wir im schönen Bönnigheim-Hofen. Ich arbeite seit 13 Jahren als Anmeldefachkraft in einer Physiotherapie-Praxis und seit fünf Jahren als Hundetrainerin. Als ich 2015 zum ersten Mal vom Dorf der Freundschaft hörte, war ich überwältigt davon, was Menschen verändern können. Seither versuche ich, den Verein im Rahmen meiner Möglichkeiten zu unterstützen und freue mich sehr, künftig auch im Vorstand als Beisitzerin mitarbeiten zu dürfen.


 

Finanzbericht 2020

2020 konnten wir insgesamt 93.000 € zur Deckung der täglichen Kosten ins Dorf der Freundschaft schicken. Das war sogar mehr, als im letzten Memorandum vereinbart worden war. Es hat uns sehr gefreut und gerührt, dass die Spendenbereitschaft trotz der Corona-Krise nicht nachgelassen hat. Viele von Ihnen unterstützen uns schon seit der Gründung des Vereins. Dafür sind wir sehr dankbar. Unsere geringen Unkosten für Rundbriefe, Porto usw. konnten wir wie immer durch die Mitgliedsbeiträge decken. In diesem Jahr wurden bereits 25.000 € zur Deckung der täglichen Kosten sowie 5.500 € zur Finanzierung von fünf Assistenz-Lehrkräften nach Vietnam überwiesen. Damit können diese Stellen für die nächsten zweieinhalb Jahre gesichert werden.

Text: Brigitte Müller


 

Assistenz-Lehrkräfte im Dorf der Freundschaft

2019 konnten wir mit Spendenmitteln aus der Aktion “Mitmachen Ehrensache” beginnen, jungen Erwachsenen mit Beeinträchtigungen, die sich schon länger in den verschiedenen Berufsbildungsbereichen des Dorfs engagieren, ein kleines Gehalt zu finanzieren und sie als Assistenz-Lehrkräfte anzustellen. Das Dorf der Freundschaft hat darum gebeten, diese Unterstützung (die ja auch eine große Anerkennung und Wertschätzung der Arbeit dieser jungen Menschen ist) weiterzuführen. Dies ist aus einer zweckgebundenen Spende möglich - und so freuen wir uns sehr, Ihnen unsere derzeitigen AssistenzlehrerInnen vorstellen zu können:

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Der US-Botschafter Herr Kitenbrink zu Besuch in den Berufsbildungsklassen im Dorf der Freundschaft

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Le Van Do, Assistenzlehrer in der Computerklasse

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Pham Thi Nga, Assistenzlehrerin in der Webereiklasse

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Trung Thi Thanh Binh, Assistenzlehrerin in der Schneidereiklasse

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Bui Thi Hoa, Assistenzlehrerin in der Schneidereiklasse


 

Als Assistenzlehrerin in der Blumenklasse: Kurzportrait Vu Thi Thu

Mein Name ist Vu Thi Thu. Ich wurde 1991 geboren und kam im Oktober 2011 in das Dorf der Freundschaft, wo ich betreut und medizinisch versorgt wurde und eine Ausbildung in der Blumenherstellung erhalten habe.

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Ich habe eine körperliche Behinderung, eine verkrümmte Wirbelsäule. Ich sage mir immer, dass ich studieren und Sport treiben muss, um ein gutes Leben zu führen. Während der Ausbildung habe ich immer hart gearbeitet und mir von der Lehrerin viel Wissen und Fähigkeiten angeeignet. Ich wurde als Assistenzlehrerin ausgewählt.

Obwohl mir wegen meiner Behinderung das Gehen schwerfällt, helfe ich der Lehrerin, die Klasse zu leiten, meine Mitschülerinnen und Mitschüler sorgfältig und umsichtig anzuleiten und zu unterrichten. Ich mag den täglichen Unterricht in der Klasse. Gemeinsam mit der Lehrerin entwerfen wir neue Muster und sind kreativ, um schöne Produkte zu gestalten. Neben der Anleitung meiner Klassenkameraden stellen wir gemeinsam auch eigenständig weitere Produkte für die Blumenklasse her.

Neben meiner Tätigkeit in der Schule helfe ich den Hausmüttern, das Haus aufzuräumen, die Pflanzen zu gießen und das Gras ums Haus herum zu schneiden. Ich danke Ihnen und allen Förderern in Deutschland sehr dafür, dass Sie mich als Assistenzlehrerin finanziell unterstützen. Für mich ist das eine wichtige zusätzliche Motivation in der Schule und im Leben. Ich wünsche Ihnen allen viel Gesundheit und Glück.

Vu Thi Thu, 10. Mai 2021 Übersetzung: Rosemarie Höhn-Mizo


 

Der “Liaison-Club” im Dorf der Freundschaft

Die besondere Beziehung, die die Mitarbeitenden im Dorf untereinander und zu den Bewohnerinnen und Bewohnern haben, zeigt sich auch im “Liaison-Club”: alle zwei Jahre werden ehemalige Mitarbeitende eingeladen, um sich und alle im Dorf wiederzusehen. Die Kinder und Jugendlichen bereiten ein Programm mit Liedern und Tänzen vor - und es entsteht auf jeden Fall das in Vietnam ganz wichtige Gruppen-Erinnerungsfoto.

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Das Dorf der Freundschaft im Radio

Vor 60 Jahren setzten die USA erstmals das hochgiftige, dioxinhaltige Entlaubungsmittel Agent Orange ein. Auch George Mizo ist ein Agent Orange-Opfer und stirbt am Ende an den Spätfolgen dieser Chemiewaffe.

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Für das Portrait hat Peter Jaeggi (www.peterjaeggi.com) O-Töne aus früheren Dokumentationen verwendet, in denen George Mizo von seinen traumatischen Kriegserlebnissen berichtet. Daneben erzählen Rosemarie Höhn-Mizo und ihr Sohn Mike vom gemeinsamen humanitären Abenteuer in Vietnam für AgentOrange-Opfer und für vietnamesische Kriegsveteranen.

Die im Juni auf SRF 2 Kultur in der Reihe “Passage” ausgestrahlte Sendung kann über den nachfolgenden Link als Podcast angehört werden: https://www.srf.ch/audio/passage


 

Französisches Gericht weist Agent Orange-Klage ab

Fast sieben Jahre nach Beginn des von Tran To Nga angestrengten Gerichtsverfahrens gegen die Agrochemie-Konzerne, die das Entlaubungsgift Agent Orange hergestellt oder verkauft haben, hat der Gerichtshof von Évry (bei Paris) die Klage der 79-Jährigen für unzulässig erklärt. Das Gericht folgte damit den Anwälten der beschuldigten Unternehmen (darunter Monsanto-Bayer), wonach diese nur Anweisungen der US-Regierung befolgt hätten.

Nach der Urteilsverkündung beauftrage Tran To Nga ihre Anwälte, Berufung einzulegen. Der Kampf um Gerechtigkeit für sie und alle anderen Opfer von Agent Orange geht weiter.

Wie jedes Jahr am 15. Mai fanden auch 2021 weltweit Märsche gegen Monsanto und andere Agrochemie-Konzerne statt. In Paris hatten sich neben vielen anderen auch Tran To Nga sowie Mitglieder des französischen Unterstützungskomitees für das Dorf der Freundschaft daran beteiligt.

Text und Übersetzung: Brigitte Müller


 

Außerordentliche Mitgliederversammlung am 26. November 2021

Da die “Pandemie-Ausnahmeregelung” am 31.12.2021 endet, möchten wir in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung u.a. eine Satzungsänderung abstimmen, die es uns ermöglicht, auch künftig digitale oder hybride Mitgliederversammlungen durchzuführen. Diese außerordentliche Mitgliederversammlung findet am 26.11.2021 um 19:00 Uhr in digitaler Form statt. Die Einladung mit den entsprechenden Einwahldaten und Informationen folgt.


 

YouTube-Premiere des Films “Lighter than Orange”

Am 10.8.2021 ist der “Tag der Opfer von Agent Orange”. Zu diesem Anlass wird Fotograf und Filmemacher Prof. Matthias Leupold seinen Dokumentarfilm “Lighter than Orange” bei YouTube veröffentlichen. Ein Teil der Interviews mit vietnamesischen Kriegsveteranen ist im Dorf der Freundschaft entstanden.

Durch diese Art der Veröffentlichung wird der Film und die Thematik Agent Orange einem breiten Publikum zugänglich gemacht, einfach zu finden und kostenlos. Eingestellt wird dieses beeindruckende Werk auf dem Kanal Leupold Film Production Berlin.

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Fotos: Dorf der Freundschaft, Brigitte Müller, Französisches Komitee für das Dorf der Freundschaft, Matthias Leupold